Soweit es nur um ein Grundstück geht, kann jedes Mitglied der Erbengemeinschaft dessen Versteigerung verlangen.

Die übrigen Vermögen oder Gegenstände müssen in einem Auseinandersetzungsvertrag aufgeführt werden. Jedes Mitglied der Erbengemeinschaft muß diesem Vertrag zustimmen, damit er ausgeführt werden kann. Verweigert ein Erbe ohne Grund die Zustimmung, muß vor dem Nachlaßgericht seine Zustimmmung eingeklagt werden.

Beispielhafter Zeitablauf einer Auseinandersetzungsklage vor dem Landgericht Hamburg (322 O 343/19):

01.12.2018  Antrag auf Erteilung eines Erbscheines, der am 13.05.2019 erteilt worden ist.

01.07.2019  Aufforderung zur außergerichtlichen Zustimmung zur Verteilung der Beträge auf den drei Bankkonten

10.08.2019  Erbe 2 wendet ein, dass die Bestattungskosten bezahlt worden sind und er weitere Aufwendungen hatte, die er nicht spezifiziert. Willenserklärungen will er nur direkt vor den Behörden abgeben. Erbe 3 meldet sich nicht.

16.09.2019  Auseinandersetzungsklage auf Zustimmung zur Aufteilung der drei Beträge auf den Konten.

12.12.2019  Erbe 2 bemängelt den fehlenden Teilungsplan und die Regelung über den Ersatz der Bestattungskosten. Erbe 3 meldet sich nicht.

15.01.2020  Landgericht schlägt Mediation (= Verhandlung vor einem Güterichter außerhalb dieses Verfahrens) vor, womit Erbe 2 einverstanden ist und Erbe 3 meldet sich nicht.

17.02.2020  Landgericht verweist das Verfahren an die Güterichterin , die als Schlichtungstermin den 30.03.2020 vorschlägt, aber Erbe 2 hält das Verfahren dann nicht mehr für sinnvoll, so dass der Landrichter die Hauptverhandlung anberaumt.

26.10.2020  Verhandlung mit allen Parteien führt zum Vergleich mit Erstattung der Aufwendungen und Verteilung der drei Beträge auf den Konten sowie der Verfahrenskosten (§ 91 a ZPO), jeder trägt seine Aufwendungen. Anderenfalls hätte noch eine Stufenklage auf Auskunft vorgeschaltet werden müssen.

 

05.11.2020  Bank verlangt ein Aufgebotsverfahren für das verlorengegangene Sparbuch.

09.12.2020  Antrag auf Eröffnung des Aufgebotsverfahrens vor dem AG Hamburg-Wandsbek

11.12.2020  Antwort des AG, dass es sich nach § 466 FamG nicht für örtlich zuständig hält, sondern das AG am Hauptsitz der Bank.

17.12.2020  Unser Hinweis an das AG, dass das OLG München in seinem Beschluß vom 02.03.2016 - 34 AR 30/16 - unter Nachweis von anderen OLG Beschlüssen doch das AG für die Zweigstelle der Bank für örtlich zuständig hält, weil das Aufgebot dort öffentlich 6 Wochen ausgehängt werden muß, bevor das Buch für verlustig erklärt wird.